Rundbrief 193 vom 07.06.2024

Unser Rundbrief von heute kreist um drei Themen:

[Zahl der Drogentoten in Köln][Waffenverbotszone Wiener Platz][Kostenexplosion Museum über der Miqua][leere Stadtkasse][Otto-Langen-Quartier][Birlikte][Klaus Jünschke liest über Wohnungslose]

Zahl der Drogentoten in unserer Stadt.

Sie ist dramatisch gestiegen. Die Reaktion der Stadt, die im Stadtanzeiger breit herausposaunt wird, ist die übliche Abwiegelei. 

Erstmal wächst die Zahl der Drogentoten überall, nicht nur im Heiligen Köln. Motto: Das ist eben so, da kann man nix machen.

Zweitens hat die Stadt natürlich alles getan, was möglich ist, Dezernent Rau und seine Mannschaft sind wie immer vorzüglich aufgestellt. Von den katastrophalen Zuständen am Neumarkt und der Verzweiflung der Anwohner und Geschäftsleute ist natürlich keine Rede, genau so wenig wie von deren verzweifelten Hilferufe an die Oberbürgermeisterin und deren flauen Reaktion. (Der Rundbrief berichtete)

Dass die Ambulanz am Neumarkt noch immer nicht 7 Tage in der Woche rund um die Uhr funktioniert, wird nicht erwähnt. Erwähnt wird natürlich wieder mal, dass in Kalk demnächst eine weitere Ambulanz folgen soll. Ein Eröffnungsdatum kann trotz jahrelanger Vorbereitung natürlich nicht genannt werden. Das ist angesichts des Umgangs der Stadt mit Terminen auch klüger so.

Inzwischen sterben die Menschen auf der Straße. Nach 18 Jahren schwarz grün und grünschwarz plus Volt in dieser Stadt haben wir also indische Verhältnisse erreicht.

Endes des 18. Jahrhunderts wurde in den damals aufkommenden Reiseführern schon einmal eine Verbindung zwischen Köln und Kalkutta hergestellt. Damals hieß es in einem englischen Reiseführer, die drei dreckigsten Städte der Welt begännen alle mit C: Calcutta, Cairo und Cöln.

Waffenverbotszone Wiener Platz

Darauf, dass der Wiener Platz auf Veranlassung des Innenministers Reul eine Waffenverbotszone wird, haben wir bereits hingewiesen.

Auch darauf, dass die heiße Zone, nämlich der Durchgang vom Wiener Platz zur Buchheimer Straße einen so genannten „Angstraum“ darstellt, der durch den Umbau des Wiener Platzes in den 90er Jahren offenen Auges und bewusst errichtet wurde, haben wir bereits hingewiesen, auch darauf, dass der SSM bereits damals protestiert hat- natürlich vergebens, denn die Kölner Autolobby wurde schon damals von allen Seiten unterstützt.

Grund für den Angstraum ist, dass die Menschen unter die Erde müssen, damit die Autofahrer oben freie Bahn haben. Also das gleiche wie am Ebertplatz, der jetzt zum städtischen Leitbild wird, was Drogen- und Waffendelikte anbelangt.

Kostenexplosion Museum über der miqua

Die Kosten für das das Museum über der Miqwe am Rathaus haben sich erneut erhöht. Jetzt sind wir bei 200 Millionen angelangt, fast das Fünffache des beschlossenen Auftrags, der lag nämlich bei 48 Millionen.

Das war der Baubeschluss. Bei den ersten Planungen, als den Bürgern die Pläne schmackhaft gemacht wurden, sprach man von 10 Millionen. Die Bürger kennen das Prozedere von der Oper. Da wurden die Baukosten genau so dreist verfünffacht.

Zu keinem Zeitpunkt wurde in irgendeiner Veröffentlichung aus dem Rathaus auch nur die Möglichkeit erwogen, die Projekte einzustellen oder zumindest einzufrieren, bis wieder Geld da ist. Zu keiner Zeit kam auch eine Mitteilung von Seiten der Bezirksregierung, die ja sonst immer mit Haushaltssperre droht, wenn der Stadt das Geld ausgeht.

Der SSM kennt das Vorgehen aus der Zeit des Baus des Museums Ludwig. Da drohen jetzt Renovierungskosten in einer Höhe, welche die damaligen Baukosten übersteigt, man sprich von 1 Milliarde Euro.

Der SSK hat damals gefordert, das Ludigsmuseum als Museum für zeitgenössische Kunst in leer stehende Fabrikhallen z.B. bei Clouth in Nippes einzuquartieren. Die Kunst wäre genau so interessant gewesen, und die Kosten hätten einen Bruchteil betragen. Der Vorschlag wurde empört zurückgewiesen. Vorwurf: Kunstfeindlichkeit. Das eingesparte Geld hätte dem Sozialen zu Gute kommen sollen, so der SSK.

Das Schauspiel hat inzwischen ein wunderbare Spielstätte in bei F&G in Mülheim gefunden, die Oper könnte genau so gut in der blauen Tüte hinter dem Bahnhof singen, die Kunst braucht keine Neubauten und auch keine Supertechnik. Eine Halle genügt. Mozart, Wagner und Semper hatten bekanntlich keine Elektronik zur Verfügung. Die Zauberflöte erlebte ihre Uraufführung in einem Wiener Vorstadtheater. Es geht also nicht um die Kunst, sondern um die Besucher, für die der Aufwand betrieben wird. nicht um Kunst, sondern um Protz für eine kleine Schicht, für den die Kölner bluten müssen. Das sollten wir nicht vergessen, und auch ein jüdisches Museum, welches der Judenmorde vor 700 Jahren gedenkt, wäre in einem bescheideneren Bau ohne Supertechnik und elektronischen Schnickschnack gut aufgehoben.

Stadtkasse leer

Wir schreiben diese Zeilen, weil die Kämmerin bereits wieder warnt: es ist kein Geld mehr da.

Die Stadt darf in dieser Phase, die durchaus Monate dauern kann, nur unverzichtbare, vertraglich oder gesetzlich begründete Zahlungen leisten“. Darunter fielen danach also die Sanierung von Oper und Schauspiel, die Sanierung des Römisch- Germanischen Museums.

Gespart wird ab jetzt, genau so wie früher, bei den Kleinen, den Initiativen und Projekten, den „freiwilligen Leistungen“ der Stadt, auf keinen Fall bei Oper und Schauspiel, und auch nicht beim jüdischen Museum.

Veranstaltungen

Als Veranstaltungen empfehlen wir an diesem Wochenende

Otto-Langen-Quartier

– Von der Spekulation zum Gemeinwohlvorhaben – 
   Perspektiven für ein gemeinwohlorientiertes Otto-Langen-Quartier 
Samstag 8. Juni 2024, 15.00 – 17.30 Uhr 
Karl-Rahner-Akademie, Jabachstr. 8, 50676 Köln (Nähe Neumarkt) 
Hearing des Initiativkreises Otto-Langen-Quartier 
Moderation: Martin Stankowski , Eintritt frei

BIRLIKTE

– Sonntag, den 9. Juni ab 9h, rund um die Keupstraße Birlikte
https://www.report-k.de/9-juni-2024-erst-waehlen-gehen-dann-zu-birlikte/

Klaus Jünschke liest über Wohnungslose

Rodenkirchen. Der Kölner Autor Klaus Jünschke stellt am Mittwoch, 12. Juni, um 19.30 Uhr in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen, Schillingrotter Straße 38, sein Buch „Gefangen und wohnungslos – Gespräche mit Obdachlosen in Haft“ vor.
Die Schauspielerin und Sprecherin Christina-Maria Greve liest aus dem Werk. Nicole Bögelein vom Institut für Kriminologie moderiert die Veranstaltung des Fördervereins der Stadtteilbibliothek, Literamus. Zu Wort kommen auch Betroffene. Der Eintritt ist frei.Um eine Spende wird gebeten. (se)

Ihr/Euer

Rainer Kippe, SSM

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