
Jetz jeiht et widder loss!
Liebe Leserinnen und Leser,
in 5 Wochen ist Kommunalwahl, und die nächsten 5 Wochen sitzen wir vom Aktionsbündnis wieder
auf dem Altermarkt vor dem Rathaus und fordern: „Sicherer Wohnraum für alle“.
Wir begannen Montag, 11.08.2025 um 10 Uhr. Ab dann sind wir stets von
Montag bis Freitag 11-16 Uhr
bis zur Kommunalwahl am 14.9.
am Rathaus zur Dauerkundgebung.
Wir, das ist das Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot und Stadtzerstörung, das sich hier im Jahre 2020 gegründet hat, und der Rundbrief, der seither nicht nur über Wohnungsnot und Stadtzerstörung berichtet, sondern auch stets Vorschläge macht, wie man es besser machen kann!
Diese Vorschläge hatten wir schon 2020 gemacht, es wurde davon allerdings nichts umgesetzt.
(Hinweis: Ende 2020 ist das Buch »RATSCHLÄGE« über unsere Mahnwache und unsere Forderungen erschienen, erhältlich beim SSM und am Kundgebungsstand für eine Spende. Auf wohnungsnot.koeln ist es auch online zu lesen.)
Im Gegenteil, es wurde (und wird) immer schlimmer in Köln. Der Wohnungsneubau wurde fast ganz eingestellt (ca. 2000 Wohnungen im Jahr, gebraucht werden 8000), Versprechen und Beschlüsse gebrochen, die Menschen sterben inzwischen auf der Straße wie früher in Kalkutta, Teile der Stadt werden zunehmend unbegehbar, weil dort die Drogenkranken hocken, und nicht nur die Geschäftsleute und Sozialverbände protestieren, sondern auch die Kölner Wirtschaft, die boomt und Arbeitsplätze schafft, aber den Zuzüglern keine Wohnungen anbieten kann. Armes Köln.

Kundgebung am Alter Markt
Die Gründe dafür fasste Klaus Jünschke am 10. Januar dieses Jahres zusammen unter dem Titel
Sein oder Design – in Köln keine Frage
Heute feiert der Kölner Stadt-Anzeiger einen Tropfen auf den heißen Stein Wohnungsnotstand in Köln: „Bei 481 Wohnungen bleiben die Mieten stabil“
Der Kölner Stadtanzeiger berichtete am 06.01.2025: „Trotz Modells für geförderten Wohnraum: 2025 verliert Köln 4500 Sozialwohnungen – Neue werden nicht fertig.“
Die größte Fraktion im Rat ist für alles nicht verantwortlich.
Zur Erinnerung:
Am 26.11.2024 hatte der Allgemeine Studierenden Ausschuss (ASTA) der Universität zu Köln zu einer Podiumsdiskussion „Wohnraum statt Wohnkrise“ in die Uni eingeladen.
Die Diplom-Designerin und grüne Sprecherin für Liegenschaften, Sabine Pakulat, erklärte in der Aula 2 den staunenden Anwesenden, dass die Stadt eigentlich fertig gebaut ist. Sie überraschte außerdem mit der Behauptung, es gebe keine Wohnungsnot. Der Wohnraum sei nur falsch verteilt.
https://www.gruenekoeln.de/ratsfraktion/die-gruene-ratsfraktion/person/personal/sabine-pakulat-210
Im November 2019 hat der grüne Kreisverband Köln das Konzept „Lebenswertes und bezahlbares Wohnen in Köln. Grüne Lösungsansätze für die Stadt der Zukunft“ beschlossen. Darin steht all das war in den vergangenen fünf Jahren dazu hätten beitragen können, die Wohnungsnot in Köln zu lindern.
https://www.gruenekoeln.de/partei/beschluesse/nachricht/lebenswertes-und-bezahlbares-wohnen-in-koeln-3628
Aber die stärkste Fraktion im Rat hat es vorgezogenen den eigenen Parteibeschluss zu ignorieren und Bauen und Wohnen der CDU zu überlassen. Was diese Partei mit einem Herz für Investoren darunter versteht, hat der famose Herr Greitemann, seit 2010 Bauderzernent, 2020 gezeigt, als er mit Vonovia den „Wohnungsbaupakt 2025“ beschloss:
https://www.vonovia.de/meine-stadt/vor-ort-meldungen/2020/september/wohnungsbaupakt-fuer-koeln-stadt-schliesst-mit-vereinbarung-fuer-den-bau-von-750-neuen-wohnungen
In diesen Jahren ist die Zahl der Wohnungslosen und Obdachlosen immer weiter gestiegen. Statt allen Obdachlosen abschließbare Einzelzimmer anzubieten, als Übergangslösung bis es Housing-First-Wohnungen für alle gibt, bleibt es bei dem was Dr. Hauprich vom Vringstreff feststellen musste: „Wir schauen den Menschen seit Jahren beim Sterben zu.“
https://bodoev.de/2023/02/01/wir-schauen-den-menschen-seit-jahren-beim-sterben-zu/
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Wir freuen uns auf eure Zuschriften,
auf eure Besuche und viele Gespräche am Altermarkt.
Hoffnungsvolle Grüße
Rainer Kippe, SSM

